Der FC Rot-Weiß Erfurt trennt sich von Trainer Thomas Brdaric

FC Rot-Weiß Erfurt Noch am Montag hatten sich beim Fußball-Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt die Vereinsgremien und allen voran Geschäftsführer Michael Krannich hinter ihren Trainer Thomas Brdaric gestellt und ihm das Vertrauen ausgesprochen. Am gestrigen Mittwoch war dann jedoch die Schonzeit vorbei, der 44-Jährige wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

„Der FC Rot-Weiß Erfurt und Thomas Brdaric haben sich im beiderseitigen Einvernehmen darauf verständigt, dass Thomas Brdaric ab sofort nicht mehr Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt ist“, ist dementsprechend auf der Homepage der Blumenstädter zu lesen. Weitere Kommentare waren bislang noch nicht aus der Führungsetage des Klubs zu hören. Das Training wird nun interimsweise erst einmal von dem bisherigen Co-Trainer Robin Krüger sowie dem Torwarttrainer René Twardzik geleitet. Höchstwahrscheinlich werden die beiden auch beim anstehenden Landespokalspiel am kommenden Sonntag beim Thüringenligisten SV Ehrenhain die Verantwortung für die Mannschaft haben. Der Anstoß zu diesem Viertelfinalduell wird um 13 Uhr erfolgen.

Auf dem Waldsportplatz in Ehrenhain geht es um den Einzug ins Halbfinale.

Ein Nachfolger für Brdaric, der wohl künftig viel Zeit für Casino Tischspiele hätte, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Dieser dürfte jedoch höchstwahrscheinlich bis zu dem schweren Regionalduell gegen den Tabellenführer VSG Altglienicke am 23. November präsentiert werden. Auch danach warten bis zur Winterpause noch einige harte Brocken auf die Thüringer. So geht es am 29. November zum Tabellenzweiten Hertha BSC II. Danach kommt am 8. Dezember der FC Viktoria 89 Berlin ins Steigerwaldstadion. Und zum Abschluss des Pflichtspieljahres 2019 empfängt der 1. FC Lokomotive Leipzig die Blumenstädter. Bei diesem Restprogramm ist nicht auszuschließen, dass RWE am Ende auf einem Abstiegsplatz überwintern wird.

Debakel beim Aufsteiger Lichtenberg 47

Ausschlaggebend für die Entscheidung gegen Brdaric dürften die letzten Auftritte der Regionalligamannschaft gewesen sein. Das Team wirkte kraft- und ideenlos, vor allem ohne Selbstvertrauen. Die Ergebnisse in den Spielen beim FSV Union Fürstenwalde (0:3), gegen den VfB Germania Halberstadt (0:1) sowie zuletzt bei Lichtenberg 47 (0:4) sprechen da eine deutliche Sprache.

Vor allem beim Aufsteiger aus Berlin wirkte die Mannschaft desaströs. Zwar kontrollierten die Spieler von Brdaric den Ball, jedoch sprangen keine Tormöglichkeiten dabei heraus. Ging das Spielobjekt dann verloren, schalteten die Erfurter viel zu behäbig auf Defensive um und liefen den Lichtenbergern nur hinterher. Dies war am Deutlichsten beim vierten Treffer der Gastgeber zu sehen, als Benyas Junge-Abiol samt Ball über den halben Platz stürmte und dabei Lukas Novy abhängte, um das Leder dann zielstrebig rechts an RWE-Keeper Julian Knoll vorbeizuschieben. Auch wenn dieser Treffer nicht mehr spielentscheidend war, so sagte er doch viel immer den Zustand der Mannschaft aus.

Werden die Fans im Steigerwaldstadion schon bald wieder bessere Zeiten erleben?

„An dem Ergebnis von 0:4 gibt es in keinster Weise etwas schönzureden. Was wir wollten, und was wir dann nicht geschafft haben – da steht am Ende das blanke Ergebnis. Wir wollten aus einer kompakten Defensive heraus agieren, haben gute Diagonalbälle gespielt und leider wieder nicht die Präzision, um vorne einen sauberen Abschluss hinzubekommen. Das ist grundsätzlich unser Problem“, musste dann auch Brdaric eingestehen.

Als Spieler erfolgreich, als Trainer eher glücklos

Zu der Zeit, als Brdaric noch selbst auf dem Platz stand, schaffte er bis in die deutsche Nationalmannschaft, für die er es auf acht Einsätze brachte. In 204 Bundesligaeinsätzen für den VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, Hannover 96 und den VfL Wolfsburg gelangen ihm 54 Treffer. Zudem kam er für Leverkusener noch zu 28 Partien der Champions League, in den ihm drei Tore gelangen.

Als Trainer fehlt dem 44-Jährigen jedoch bislang noch der Durchbruch. Er wechselte von Jugend zu Amateurmannschaften, betreute jedoch kein Team länger als ein Jahr. Bevor er zum FC Rot-Weiß Erfurt gekommen war, stand er zum Beispiel bei Tennis Borussia, der TSG Neustrelitz oder auch den mazedonischen Verein KF Shkëndija unter Vertrag.

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